Der Begriff Heimatfilm weckt oft Klischeebilder, besonders aus der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Heimat wurde damals als Rückzugsraum einer scheinbar intakten Welt konstruiert, geprägt von Naturkulissen und Habsburg-Ikonografie. So entstand eine Erzählung österreichischer Identität, in der Fremdbilder zu Selbstbildern wurden. Filme wie DER PFARRER VON KIRCHFELD (1914) oder DIE SONNHOFBÄUERIN (1948) spiegelten historische Umbrüche wider, während der Heimatfilm ab den 1950ern eskapistische Klischees bediente. Erst ab den 1970ern, mit Werken wie SCHÖNE TAGE (1981) oder HEIDENLÖCHER (1986), begann eine kritische Auseinandersetzung mit dem Genre. Diese Dekonstruktion machte Heimat zu einem offenen, neu zu entdeckenden Raum.