Allie, vielleicht 16, treibt durch die Tage und Straßen der Lower East Side, ziellos, wohin die Stunden ihn bringen. Die Mutter ist in der Psychiatrie, der Vater weg, wohin – egal. Der Flaneur without a cause trifft auf seinen Runden so manch eigenwillige Gestalt, hört seltsame Geschichten: Da ist der Vietnamveteran, der glaubt, nein: weiß, dass der Krieg noch nicht zu Ende ist; ein Typ, der verrückte Theorien über Charlie Parker und den Doppler-Effekt zum Besten gibt; die Popcornverkäuferin, die sich an einen Film erinnert, in dem Inuit-Jungs am Leben gehalten, die Mädchen aber mit Schnee erstickt werden; und schließlich ist da noch ein Franzose, der in New York sein Babylon finden will. Jarmuschs erster und nahezu bester Film: Nouveau Lost Generation-Kino, ein bisschen breit und sehr somnambul, Shadows von Cassavetes vor Augen, den No Wave-Beat im Blut. (O.M.)