Das Langfilmdebüt einer der faszinierendsten Stimmen im Gegenwartskino. Der "dokumentarische" Beginn dieser Reise von Bangkok gen Süden weicht bald einem unvorhersehbaren, aus dem kollektiven Unbewussten aufsteigenden Fakt-Fiktion-Fantasie-Bastard: Unterwegs hört der Regisseur eine Geschichte, die er von den anderen Menschen, die er trifft, nach Belieben weiterspinnen lässt. Der Originaltitel bedeutet übersetzt: "Himmlische Blume in Teufelshand" – und Dokfah, himmlische Blume, heißt auch die Frau, die in der wild mutierenden Story-in-der-Story als Lehrerin eines querschnittgelähmten Jungen auftaucht. Der Filmtitel würde zu einem archetypischen Thai-Melodram passen, aber in den Händen Weerasethakuls, des einfallsreichsten Neudeuters der Nationaltradition, wird daraus viel mehr: eine Musical-Darbietung, aus der ein Schul-Spiel entsteht, aus dem ein Zeichensprache-Dialog wird. Ein einzigartiger Film. (C.H.)Restaurierte Fassung des Österreichischen Filmmuseums von 2013