New York, 1896. Die Hester Street ist das Herzstück der jüdischen Gemeinde der Lower East Side, wo Immigrant*innen auf ein besseres Leben hoffen. Als die junge, religiöse Gitl (Carol Kane) mit ihrem Sohn Yossele (Paul Freedman) ankommt, um sich mit ihrem vorausgefahrenen Mann (Steven Keats) wieder zu vereinen, zeigen sich die Probleme, die das US-Freiheitsideal für diejenigen bereithält, die sich nicht assimilieren wollen. In ihrem erfolgreichen Spielfilmdebüt erzählt Joan Micklin Silver eine entwaffnend einfache Geschichte mit außergewöhnlichem Gespür für Schauspiel und Zeitkolorit. Gefühlvoll, aber nicht rührselig, verbindet sie stummfilmartige Visualität mit der Strenge einer unabhängigen Low-Budget-Produktion. Um ihrer eigenen Familiengeschichte näherzukommen, verlegte Silver den Schwerpunkt von Cahans Novelle auf die Perspektive der Ehefrau, die von Carol Kane herausragend gespielt wird. (T.W.)