Der Krieg ist vorbei, aber seine Gespenster geistern noch immer herum. Zwischen einem kriegsversehrten Vater, den Versprechen des Wirtschaftswunders und der Sehnsucht nach radikaler Selbstbehauptung gründet der Gymnasiast Rainer eine kleine Clique, deren Provokationen zunehmend in Gewalt umschlagen. Wie sollte es auch anders sein, wenn sie nichts als die autoritären Muster ihrer Elterngeneration, die es sich in der Lebenslüge der Zweiten Republik längst gemütlich gemacht hat, kennen. Franz Novotnys Spielfilmdebüt verwandelt Elfriede Jelineks zwei Jahre zuvor erschienenen Roman in einen Bilderstrom, der weniger von jugendlicher Rebellion als von einer Gesellschaft erzählt, in der der Faschismus im Alltag, in den Familien und in den Köpfen der Menschen ungeniert weiterlebt. (Florian Widegger)