In seinem 45. Spielfilm erreicht der master of suspense den vielleicht schwindelerregendsten Punktseiner Karriere. Das titelgebende Gefühl meint nichtnur die Furcht vor dem Abgrund, sondern vor allem den Strudel aus Obsessionen, in den Hitchcock seine Figuren stürzen lässt. Der an Höhenangst leidende Ex-Polizist Scottie soll eine geheimnisvolle Frau beschatten, die ihn zunehmend in ihren Bann zieht. Chantal Akerman: »VERTIGO ist ein hervorragend fotografierter Film über den Fetischismus, also darüber, dass man sein Gegenüber nicht wirklich sieht, sondern es nur auf sich selbst bezieht, es einengt und verleugnet, um die eigene Neurose zu nähren.« Bei seiner Premiere 1958 noch verhalten aufgenommen, gilt VERTIGO heute längst als eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte. (Florian Widegger)