"Das Meisterwerk des Film noir", schrieb Paul Schrader 1973 in seiner bahnbrechenden Neueinschätzung der Schwarzen Serie. Mit Kiss Me Deadly zeigt Aldrich eine schöpferische Freiheit, die an wundersame Anarchie grenzt, was die angehenden Filmemacher der Nouvelle Vague von Chabrol bis Godard (und seither Generationen in ihren Fußstapfen) begeisterte und beeinflusste. Die reaktionäre Romanvorlage von Mickey Spillane wird konsequent auf den Kopf gestellt: Schon der Vorspann läuft verkehrt und der Aldrich-Antiheld Mike Hammer (Ralph Meeker) ist ein gieriger Egozentriker, in dessen toxischem Machismo und tödlichem Materialismus sich die Abgründe der McCarthy-Ära manifestieren. Die Bilder (und Töne) geraten aus dem Gleichgewicht, während Hammers ruchlose Jagd nach dem "Great Whatsit" durch ein perverses Paradies des Verderbens in Richtung Atomkatastrophe führt. Am Ende ist aus dem Noir-Krimirätsel ein Science-Fiction-Albtraum geworden. (C.H.)Courtesy Swedish Film InstituteFreier Eintritt für Mitglieder am 23.10.2026. Die Freikarten sind am 23. Oktober an der Viennale-Kassa im Filmmuseum erhältlich. Freikarten werden nach Verfügbarkeit und in der Reihenfolge der Ankunft an der Kassa vergeben. Die Ausgabe erfolgt ab 10 Uhr. Keine Reservierung möglich.