1933: Während der großen Depression kommt es zum Duell zwischen dem "König der Hobos" A-No.-1 (Lee Marvin) und dem sadistischen Zugführer Shack (Ernest Borgnine), der vor nichts zurückschreckt, um Landstreicher zu vertreiben. Aldrich erbte das Projekt von Sam Peckinpah und inszenierte eine Serie von atemberaubenden Actionszenen, die in einem veritablen Gladiatorenkampf auf dem fahrenden Zug kulminieren. Doch in typischer Aldrich-Manier ist Emperor of the North darüber hinaus ein erstaunlicher Genremix mit sozialem Tiefgang, der damals an der Kassa enttäuschte, aber inzwischen als populärer Klassiker gilt. In idyllischen Altweibersommer-Bildern entfaltet sich ein Roadmovie mit komödiantischen Einlagen und poetischen Dialogen als sarkastische politische Allegorie: Shack steht für das reaktionäre Establishment, A-No.-1 für den anarchistischen Individualismus, dazwischen die opportunistische Jugend in Gestalt von Keith Carradines Hobo-Begleiter. (C.H.)Einführung von Christoph Huber am 2.11.2026