Retrospektive: Das Auge des Kinos Fritz Lang #2

1933 erlebt Lang hautnah mit, wie die Nazis nach ihrer Machtübernahme den Staat umbauen. Während DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE verboten wird, zitiert ihn Goebbels Anfang April zu sich. Über dieses Treffen, bei dem ihm die »Führerschaft« des nationalsozialistischen Films angeboten wird, und seine angebliche Abreise noch am selben Abend, hat Lang immer wieder wortreich fabuliert. Fakt ist: Das Treffen hat stattgefunden, Lang verlässt Deutschland aber erst im Juni. Dazwischen lernt er noch Lily Latté kennen, die Frau, die ihn später in die USA begleiten und bis zu seinem Tod bei ihm bleiben wird. Nach einem kurzen Intermezzo in Frankreich (von dem dort gedrehten LILIOM gibt es momentan leider kein adäquates Vorführmaterial) trifft er am 12. Juni 1934 in New York ein, einen Vertrag mit MGM in der Tasche und von der US-Presse begeistert empfangen.